"Ich hatte genug von den steigenden Strompreisen": Wie dieser Hausbesitzer aus dem Aargau seine Stromrechnung fast komplett eliminierte
Markus W. (54) erklärt, warum Solarenergie in der Schweiz gerade jetzt so lukrativ ist wie nie zuvor – und warum viele Fördergelder ungenutzt bleiben.
Von Sarah Leutenegger
Redaktion Energie & Umwelt
Markus W. vor seinem Einfamilienhaus im Kanton Aargau.
Aargau. Die Strompreise in der Schweiz kennen aktuell nur eine Richtung: nach oben. Für viele Familien wird die Nebenkostenabrechnung zum jährlichen Schockmoment. Doch es gibt einen Ausweg, wie uns Markus W. in einem exklusiven Gespräch verrät.
Wir treffen Markus in seinem Garten. Auf dem Dach glitzert schwarz die neue Photovoltaikanlage. Er wirkt entspannt, obwohl die Nachrichten voll von Energiekrise sind.
Das Interview
EnergieReport: Herr W., Hand aufs Herz: War die Installation einer Solaranlage nicht unglaublich teuer und kompliziert?
Markus W.: (lacht) Das dachte ich früher auch immer. Man hört ja diese Horrorgeschichten von Baustellen, die nie enden. Aber die Realität sah ganz anders aus. Ich habe online einen Check gemacht, zwei Tage später hatte ich eine Beratung und drei Wochen später waren die Paneele auf dem Dach. Die Installation selbst dauerte kaum zwei Tage.
Faktencheck Schweiz
Der Bund und viele Kantone fördern Solaranlagen mit Einmalvergütungen (KLEIV), die bis zu 30% der Investitionskosten decken können. Zudem kann die Investition in fast allen Kantonen zu 100% von der Steuer abgesetzt werden.
EnergieReport: Und finanziell? Lohnt sich das bei den Schweizer Lohnkosten für die Handwerker überhaupt?
Markus W.: Absolut. Schauen Sie, mein Stromzähler läuft jetzt oft rückwärts, bildlich gesprochen. Ich produziere meinen eigenen Strom für die Wärmepumpe und das Elektroauto. Was ich zu viel produziere, verkaufe ich zurück ins Netz. Meine monatlichen Kosten sind von ca. 250 CHF auf fast Null gesunken. Wenn man die Steuerersparnis und die Fördergelder abzieht, amortisiert sich die Anlage in 8 bis 10 Jahren. Danach ist der Strom quasi gratis.
EnergieReport: Viele Leser haben Bedenken wegen der Wintermonate. Haben Sie da überhaupt Strom?
Markus W.: Das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Natürlich scheint die Sonne im Winter kürzer, aber moderne Solarmodule funktionieren nicht über Hitze, sondern über Licht. Kühle Temperaturen erhöhen sogar die Leitfähigkeit der Module. Gerade an sonnigen Wintertagen im Mittelland produziert meine Anlage hervorragend. Und den Rest beziehe ich ganz normal aus dem Netz – aber eben viel weniger als früher.
EnergieReport: Ein grosses Thema in der Schweiz sind Hagelstürme. Haben Sie keine Angst, dass die Anlage beim nächsten Sommergewitter kaputt geht?
Markus W.: Das ist eine berechtigte Sorge, die ich anfangs auch hatte. Aber die heutigen Module sind extrem robust und hagelsicher geprüft (Hagelwiderstandsklasse 3 oder höher). Mein Installateur hat mir erklärt, dass ein modernes Solarmodul oft mehr aushält als ein alter Dachziegel. Und für den absoluten Fall der Fälle ist die Anlage ganz normal in der kantonalen Gebäudeversicherung eingeschlossen. Ich schlafe bei Gewitter jedenfalls ruhig.
EnergieReport: Die Schweizer Bürokratie ist berüchtigt. Mussten Sie sich wochenlang mit Baugesuchen herumschlagen?
Markus W.: Überhaupt nicht, das war überraschend einfach. In den meisten Kantonen reicht heute ein einfaches Meldeverfahren, solange die Anlage gut ins Dach integriert ist. Mein Solar-Partner hat den ganzen "Papierkrieg" übernommen – von der Anmeldung bei der Gemeinde bis zum Antrag für die Fördergelder (KLEIV). Ich musste am Ende nur zwei oder drei Formulare unterschreiben. Der Aufwand für mich lag bei vielleicht einer Stunde insgesamt.
EnergieReport: Ein weiteres Thema ist die Ästhetik. Wollten Sie Ihr Hausdach wirklich "zupflastern"?
Markus W.: (Zeigt auf das Dach) Sehen Sie es selbst. Es sind heute keine blauen, klobigen Platten mehr mit silbernen Rahmen. Wir haben uns für "Full Black" Module entschieden. Das sieht extrem modern und hochwertig aus, fast wie ein Design-Element. Mein Nachbar war so begeistert, dass er jetzt auch eine Offerte angefordert hat.
EnergieReport: Was ist mit Batterien? Haben Sie einen Speicher installiert?
Markus W.: Ja, das war mir wichtig. Tagsüber, wenn ich im Büro bin, lädt die Sonne die Batterie im Keller. Abends, wenn wir kochen und fernsehen, nutzen wir diesen gespeicherten Strom. Das erhöht die Unabhängigkeit enorm, man nennt das Eigenverbrauchsoptimierung. Ich würde jedem empfehlen, das zumindest prüfen zu lassen.
EnergieReport: Sehen Sie die Anlage auch als Investition in Ihre Altersvorsorge?
Markus W.: Definitiv. Ich habe kürzlich mit einem Schätzer der Kantonalbank gesprochen. Ein Haus mit eigener Energieerzeugung, Wärmepumpe und tiefen Nebenkosten wird heute auf dem Immobilienmarkt deutlich höher bewertet. Sollte ich das Haus jemals verkaufen, bekomme ich die Investition garantiert wieder heraus – wahrscheinlich sogar mit Gewinn. Es ist also Geldanlage und Umweltschutz in einem.
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EnergieReport: Was würden Sie anderen Hausbesitzern raten, die noch zögern?
Markus W.: Warten ist das Teuerste, was man tun kann. Die Fördergelder sind limitiert und die Preise für Module könnten wieder steigen. Ausserdem: Es ist ein unglaublich gutes Gefühl, unabhängig vom Elektrizitätswerk zu sein. Als neulich im Quartier der Strom kurz weg war, brannte bei uns noch Licht.
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Kommentare (34)
Habe meine Anlage seit März drauf (Kanton Zürich). Die Abwicklung war super einfach. Beste Entscheidung!
Wir dachten immer, unser Dach sei zu alt. Der Partner vor Ort hat uns aber eine Lösung gezeigt, die passt. Steuerersparnis ist wirklich enorm.